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Hannover-Update: „Vielleicht testen andere weniger“

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Liebe Leserinnen und Leser,
während sich die Woche ihrem Ende nähert, gibt es zur aktuellen Lage der Pandemie noch immer eine Reihe offener Fragen - insbesondere hier in der Region Hannover. Wie es mein Kollege Volker Wiedersheim gestern in diesem täglichen Newsletter für Sie auf den Punkt brachte: Wieso erkranken derzeit im Norden der Region so viel mehr Menschen als im Süden? Die Stadt Sehnde ist jetzt erneut der Corona-Spitzenreiter: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag dort am Mittwoch bei 202 – vor allem Familien mit Kindern sind betroffen. Doch warum ist das so? Welche Rolle spielt dabei die britische Mutation B.1.1.7? Die Experten rätseln.
Und nachdem nun dieser Inzidenzwert auch im Durchschnitt der gesamten Region noch einmal steil nach oben geschnellt ist, tut sich die nächste offene Frage auf: Warum liegen Hannover und das Umland so plötzlich wieder bei einem Wert von über 120, wo es doch im Landesschnitt bereits unter 70 sind? Regionspräsident Hauke Jagau hat dazu eine Vermutung geäußert, die, sofern sie sich als richtig erweist, ein wenig aufatmen lässt: „Vielleicht testen andere weniger.“
Dieser lapidar erscheinende Satz hat gottlob einen fundierten Hintergrund: Nach dem verstärkten Auftreten der besonders ansteckenden britischen Virusmutation B.1.1.7 habe die Region die Corona-Tests forciert, hieß es gestern. Und so rechnet auch Jagau für die kommenden Tage mit einem Rückgang des Inzidenzwertes. Dieser sei momentan auch so hoch, weil wegen Schnee und Eis in der vergangenen Woche Menschen mit Symptomen den Weg zum Testen gescheut hätten – jetzt hätten diese sich aber testen lassen. Ob diese neue “Spitze” also nur sehr kurzfristig ist, mag vielleicht schon der heutige Tag zeigen.
Um etwas mehr Geduld bittet hingegen Stephan Weil. Da sich die Mutation weiter ausbreitet, habe sich auch Niedersachsen für die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März entschieden - um einen „Puffer vor die Eskalation“ zu setzen, wie es der Ministerpräsident am Mittwoch in seiner Regierungserklärung nannte. Bis zur nächsten Lockdown-Entscheidung am 3. März ist noch eine Weile Zeit - doch schon jetzt kündigte Weil zumindest für die Impfungen die nächsten Schritte an: Nachdem nun 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen mit einer Erstimpfung und 60 Prozent mit einer Zweitimpfung versorgt seien, sollen bald auch Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher eine Chance erhalten. Da es noch immer an Impfstoff mangelt, geschehe das aber wohl erst im Laufe des zweiten Quartals, also nicht vor April oder Mai. Wie umstritten die sogenannte Impfkampagne in Niedersachsen noch immer ist, zeigen nicht zuletzt auch etliche Leserbriefe, die uns erreicht haben und die wir hier noch einmal für Sie zusammengestellt haben.
Deutlich ruhiger geworden ist es um ein anderes Thema, das unsere Tage zuletzt gehörig durcheinander gewirbelt hat: das Wetter. Dem Schnee kann man beinahe beim Schmelzen zusehen, doch wer sich da nun Sorgen um die Pegelstände in den Flüssen und Seen macht, der mag beruhigt sein: Alles im grünen Bereich. Und nun wissen wir auch, dass die Menschen in der Region während der Eiseskälte geheizt hat, wie schon seit Jahren nicht mehr - und dabei eine gehörige Menge Dreck produziert haben. Doch auch das ist ja nun nicht länger nötig. Und so wünsche ich Ihnen ein paar weitere wärmere und hoffentlich sonnige Tage. Mit herzlichen Grüßen,
Ihr
Michael Soboll
Chef vom Dienst im HAZ-Newsroom
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