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HAZ Hannover-Update - Die Menschen hinter den Zahlen

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
sicher werfen viele von Ihnen einen regelmäßigen Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen - denn der Verlauf der Pandemie hat schließlich auch konkrete Folgen für unser Alltagsleben in Hannover. Doch bei aller Bedeutung der Statistik: Hinter jeder dieser Zahlen steht das Schicksal eines Menschen und seiner Familie. 17.598 Corona-Patienten führte die Region Hannover am Donnerstag als genesen auf. Aber ist damit wirklich alles wieder gut? Ashti Marben und ihre 90-jährige Mutter sind zwei dieser Ziffern. Sie gelten als geheilt, und dennoch ist bei ihnen nichts mehr wie vorher. Die 56-jährige Marben kann ihren Beruf nicht mehr ausüben. Noch viel mehr aber leidet die Erzieherin unter Schuldgefühlen, wie sie HAZ-Reporter Gunnar Menkens erzählt hat. „Ich habe meine Mutter geschützt wie ein Kind, und jetzt liegt sie da, sie ist so blass, so klein und dünn. Weil ich sie angesteckt habe.“
Die anhaltend hohen Infektionszahlen haben bekanntermaßen zur Folge, dass der Lockdown jetzt zumindest bis Ende Januar verlängert und verschärft wird. Was die neue niedersächsische Corona-Verordnung im Detail vorgibt, will die Landesregierung heute Vormittag bekannt geben. Die Pressekonferenz können Sie voraussichtlich von 10.30 Uhr an auf HAZ.de live mitverfolgen.
Vorab hat Niedersachsen-Reporter Marco Seng bereits erfahren, dass es in der Regierungskoalition noch einmal Diskussionen um die strengen Kontaktbeschränkungen gab - und dass es nun wohl doch Ausnahmen für Kinder geben soll, etwa beim Umgangsrecht von Elternteilen mit ihren Kindern. Auch soll es nach HAZ-Informationen erlaubt sein, dass zwei Geschwisterkinder gemeinsam zu ihren Großeltern gehen können. Das wäre bei einer strengen Auslegung der Regel “Ein Haushalt plus eine Person” nicht möglich gewesen. Trotzdem wird der verschärfte Lockdown besonders Familien hart treffen, denn Kitas bieten nur eine Notbetreuung an, und die meisten Schüler lernen von zu Hause aus. Meine Kolleginnen Bärbel Hilbig und Saskia Döhner haben mit jungen Eltern und ihren Kindern gesprochen. Ihr Eindruck: Viele Familien sind zunehmend frustriert. Und nach den Erfahrungen mit dem ersten Lockdown wissen auch schon die Kleinsten, was auf sie zukommt. “Dann muss ich wieder mit euch spielen”, sagte zum Beispiel der vierjährige Oscar zu seinen Eltern.
Die Pandemie bestimmt seit Monaten die Schlagzeilen nicht nur in Niedersachsen, sondern weltweit. Gestern jedoch blickte die Welt immer noch entsetzt vor allem in eine Richtung - in die USA. Nachdem angestachelte Anhänger von Donald Trump am Tag zuvor das Kapitol gestürmt hatten, gab der abgewählte Präsident zwar seinen Widerstand auf und sagte eine geordnete Machtübergabe zu, aber die verstörenden Szenen lösten Besorgnis und Erschütterung aus. Auch deutsche Politiker zeigten sich schockiert. So erklärte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:
Das war ein Sturm auf das Herz der amerikanischen Demokratie. Ein Sturm, der vier Menschenleben gekostet hat.
Nun sollen in nicht einmal zwei Wochen die Amtsgeschäfte an den Demokraten Joe Biden übergeben werden. Ob Trump aber tatsächlich bis zum 20. Januar Präsident bleibt, ist noch keine ausgemachte Sache. So wurden am Donnerstag Rufe nach einem erneuten Amtsenthebungsverfahren laut. “Ein Impeachment hätte den Vorteil, dass Trump dann auch im Jahr 2024 nicht mehr Präsident werden kann”, kommentiert Matthias Koch von unserem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Bei allen aktuellen Geschehnissen, die uns gegenwärtig beschäftigen und beunruhigen: Zum Start in diesen Freitag möchte ich Ihnen auch noch einen Artikel von meinem Kollegen Simon Benne ans Herz legen. Er hat tief ins Archiv geschaut und aufgeschrieben, warum früher immer mal wieder das Wasser im Maschsee abgelassen wurde - und weshalb man das heute nicht mehr macht. Seinen interessanten Text mit historischen Bildern von Menschen, die auf dem Grund des Sees von einem Ufer zum anderen laufen, lesen Sie hier.
Ich wünsche Ihnen - trotz allem - einen guten Tag.
Ihre
Astrid Fabricius
Chefin vom Dienst im HAZ-Newsroom

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