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HAZ Hannover-Update - Kommt die Ausgangssperre?

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Liebe Leserinnen und Leser,
vermutlich haben auch Sie sich in diesem Corona-Jahr, das es ja schon ist, auch kleine Fluchten aus dem pandemischen Alltag angewöhnt. Spaziergänge durchs Dorf oder durch den Nachbarstadtteil. Eine längere Radtour. In einen Zug sind viele von uns schließlich seit Monaten nicht gestiegen, von Flugzeugen ganz zu schweigen. Und die letzte längere Autofahrt ist meist auch schon eine Weile her. Dabei müsste man doch so dringend mal was anderes sehen, so schön es zu Hause auch sein mag.
Gestern Vormittag sind von Hannover aus die ersten beiden Maschinen nach Mallorca abgeflogen, seit die Baleareninsel hochoffiziell kein Corona-Risikogebiet mehr ist. Das ist dann mehr so die mittelgroße Flucht. Aber: Ist die jetzt fahrlässig? Oder unproblematisch? Heiko Randermann hat sich auf dem Flughafen in Langenhagen mit Reisenden unterhalten.
Klar, dass Reisen auch heute ein Thema sein werden, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel sich mal wieder mit den Chefinnen und Chefs der Länder zum Corona-Gipfel zusammentelefoniert. Und weil in der Tatsache, dass die Niedersachsen zwar auf die Balearen, aber nicht innerhalb ihres Bundeslandes reisen dürfen, tatsächlich eine gewisse logische Unwucht steckt, geht das Land gemeinsam mit den Nord-Nachbarn Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit einer brisanten Forderung ins Rennen: Die drei Nordländer wollen ihren Bürgern Osterurlaub im eigenen Bundesland ermöglichen - allerdings nur im Ferienhaus, der Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz.
Die Kanzlerin von derlei zu überzeugen dürfte jedoch bei allem nachvollziehbaren Groll schwierig werden. Denn angesichts der sich rasant ausbreitenden Virusmutationen stehen die Zeichen heute eher auf Lockdown-Verlängerung denn auf Lockerung. Nach dem Willen des Kanzleramtes sollen die Schotten bis zum 18. April dicht sein - mitsamt einer nächtlichen Ausgangssperre für Regionen mit einem Inzidenzwert von mehr als 100. Diese Ausgangsbeschränkung würde dann auch für die Region Hannover gelten.
Mal wieder überschlagen sich also die Corona-Nachrichten.
Doch während wir all diese Themen für Sie aufbereitet haben, hat uns am Sonntag in der Redaktion eine traurige Nachricht erreicht, durch einen Anruf unserer Kollegin Susanna Bauch: Heiner Siebracht ist gestorben. Gerade noch hatten wir über ihn gesprochen, weil Bauch in diesen Tagen über ihn berichtet hat. Sie hatte den 69-Jährigen vor wenigen Tagen im Uhlhorn-Tageshospiz in Groß-Buchholz kennengelernt, dem ersten seiner Art in Deutschland. Hier können todkranke Menschen stunden- oder tageweise zur Ruhe kommen, ohne gleich komplett ihr Heim verlassen zu müssen. Bei ihrem Besuch erzählte Heiner Siebracht unserer Kollegin, er habe noch ein großes Ziel: 70 zu werden, im November. Das war ihm nun leider nicht mehr vergönnt.
Ich weiß, uns allen steht in diesen Tagen nicht der Sinn nach deprimierenden Geschichten. Dennoch würde ich Ihnen den Text von Susanna Bauch gern ans Herz legen. Denn er ist nicht deprimierend, sondern sehr lehrreich - denn er stellt uns im besten Sinne des Wortes tapfere Menschen vor. Zum Beispiel Sven Kowalczyk. Der 47-jährige geht seinen Abschied von dieser Welt ganz bewusst und klar an. Kowalczyk hat einen unheilbaren Hirntumor, im Tageshospiz schreibt er Abschiedsbriefe an seine vier Kinder. Er würde mit ihnen und seiner Frau gern noch das eine oder andere erleben, aber durch Corona geht das nicht. Er sagt: “Mir läuft die Zeit davon.”
Heiner Siebracht hat den Text über sich und das Tageshospiz noch gelesen, und er hat sich darüber gefreut, sagt die Kollegin. Für uns andere setzt die Geschichte vielleicht manche Diskussion dieser Tage in eine andere Perspektive.
Kommen Sie gut in die Woche!
Herzlich, Ihr
Felix Harbart
stellvertretender HAZ-Chefredakteur
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