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HAZ Hannover-Update - Längerer Lockdown - und dann?

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Guten Morgen, liebe Leserinnen, liebe Leser!
Es gibt mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland und wahrscheinlich ebenso viele Meinungen zur Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns.
Übertrieben werden die einen sagen, nicht ausreichend die anderen. Falsch in diesem Detail, falsch in jenem, ungerecht gegenüber dem einen oder der anderen. Diese zunehmend müßige Debatte hat schon begonnen, bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern zur Verkündung ans Mikrofon trat und - so wie wenig später Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil - mehr oder weniger deutlich aussprach: Die Maßnahmen sind die Quittung, der Preis der Freiheiten, die wir uns in der Adventszeit, Weihnachten und Silvester genommen haben. Als wir vielleicht auch etwas zu sehr gehofft hatten, die Impfung wird’s schon richten … Falsch gedacht, wie Sie hier lesen: Niedersachsen ist bundesweit Schlusslicht bei der Impfquote.
Was wir bisher hatten, war eher Locker-down als Lockdown.
Die Zahlen der Infizierten, der schwer Erkrankten und der Gestorbenen sind zu hoch. Einfach viel zu hoch. Und leider ist es in der Pandemie nun mal so: Aus epidemiologischer Sicht ist es egal, wer sich wie korrekt verhalten und wer schon welche Opfer gebracht hat. Der Unvernunft der wenigen ist nun nur mit der Vernunft der vielen, eigentlich sogar: nur mit der Vernunft aller beizukommen.
Es ist ein Stück weit blamabel, dass die Gesellschaft, die das Recht auf Bildung als extrem hohes Gut und Wissen als ihre wichtigste Ressource betrachtet, nun Schüler, sogar Sechs- und Siebenjährige, ins Homeschooling schicken muss. Neben allen anderen Härten der noch weiter reichenden Einschränkungen: Wir verdammen die Kinder, mit denen wir aus gutem Grund sonst um jede Handy-, Tablet- und Computer-Minute kämpfen, jetzt dazu, sich genau vor diese Geräte zu setzen. Und das im Wissen, dass viele Schulen am anderen Ende der Leitung höchstens im Ansatz das bieten können, was das “Schooling” im Wort “Homeschooling” rechtfertigt. Mich wühlt das auf.
Ich erwische mich heute sogar bei diesen absurden Gedanken: Die in den Siebzigern von mir belächelte TV-Sendung “Telekolleg” hatte doch auch ihr Gutes. Und ebenso das Krümelmonster in der “Sesamstraße”, wenn es anarchopädagogisch der Reihe nach die Styroporzahlen 1 bis 10 auffraß …
Die BBC in London plant jetzt übrigens ganz kurzfristig, ein Schul-TV zu produzieren und ins Programm zu nehmen. Ob mal jemand bei Mai Thi Nguyen-Kim, Ranga Yogeshwar und Harald Lesch nachfragen sollte, ob sie zufällig gerade Zeit haben?
Zurück zu den Fakten des Tages: Wie soll das nun alles im Detail funktionieren?
Dazu will Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) heute Fragen beantworten. Bis dahin hat mein Reporterkollege Bernd Haase alles zusammengetragen, was am gestrigen Abend über die neuen Schulregeln, die inzidenzabhängige 15-Kilometer-Bewegungsfreiheit und die Kontaktbeschränkung auf einen Hausstand plus eine Person bekannt war. Landespolitik-Experte Marco Seng kennt die Details zur Notbetreuung von Schulen und Kitas. Und Redakteur Michael B. Berger berichtet, warum der Städtetag das Wechselmodell an Schulen gleich bis Ostern festlegen will.
Was außerdem noch in Hannover und dem Norden wichtig war, finden Sie unten.
Und weil ich der festen Überzeugung bin, dass auch bei den ernsten Dingen die richtige Portion Humor hilft, lege ich Ihnen die Lektüre einer Glosse aus unserer Rubrik Lüttje Lage dringend ans Herz. Weil alle Friseure geschlossen sind, lässt sich unser Kolumnist Simon Benne von seinen Töchtern, Erstgeborene, Mittelkind und Nesthäkchen, zu Hause die Haare schneiden.
Locke down im Lockdown!
Kommen Sie gut in den Tag!
Ihr Volker Wiedersheim
Chef vom Dienst im HAZ-Newsroom
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