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HAZ Hannover-Update - Merkels "Oster-Unruhe"

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Über Nacht ist aus der “Oster-Ruhe”, die “Oster-Unruhe” geworden. Wie haben Sie die Ereignisse des Tages erlebt? War das ein schlimmer Tag? Oder am Ende doch irgendwie ein wenigstens halbguter? Immerhin musste Bundeskanzlerin Angela Merkel bekennen, dass sie, die Meisterin des Vom-Ende-her-Denkens, etwas nicht zu Ende gedacht hat. Andererseits hat sie erstaunliches Rückgrat bewiesen und sich zu einem groben Fehler bekannt. Ist es da legitim, neben die strenge politische Analyse unserer Berliner Kollegin Eva Quadbeck eine weitere Note stellen? Sagen wir: Sachkunde 5 minus, Arbeits- und Sozialverhalten 1 minus?
So oder so, für meinen Sohn, 16, war das am Ende weder ein guter noch ein schlechter, sondern: ein “krasser” Tag.
Sie merken es schon, ich entführe Sie jetzt ins Private. Merkels Kehrtwende war da nicht der einzige krasse Moment des Tages. Am Abend habe ich meine Mutter, 81-jährig, ins Impfzentrum auf der Messe begleitet. Als eine der Letzten von der Prio-1-Warteliste hatte sie Termine für erste und zweite Impfung erhalten, aus deren Abstand schon zu erkennen war: Astrazeneca. Was sie nicht störte. Krass.
Mittags war sie freudig erregt, wie ich früher mittags am Heiligabend. Später in der Messehalle 25 war sie cool. Sie hat mit ihren brav ausgefüllten Papierbögen zum kleinen Bürokratiewahnsinn des hiesigen Impfgeschehens beigetragen, von dem mein Kollege Mathias Klein hier berichtet. Aber: nur nette Leute vom Empfang bis zum Adieu auf “Impfstraße Rot 2”. Es wurde viel gelächelt. Der Doktor im Arztgespräch frotzelte, man solle Kekulé und Streek nicht alles über Astrazeneca glauben, eher schon dem Drosten. Der habe sich übrigens im Lockdown wohl selbst die Haare geschnitten. Hihi. Ein zweiter Doktor setzte dann kurz und schmerzlos die Spritze. Piks, fertig! In der Auslaufzone der Messehalle haben wir dann noch heimlich ein Foto gemacht (eigentlich verboten!) und in die Familien-Chatgruppe gepostet - Zuspruch und Smileys von der in ganz Deutschland verteilten Sippe.
Später meldete mein Sohn, im Wechselmodell, am Ende seines Homeschooling-Tages ein Problem. Es ging dabei nicht um Digitales, um Passwörter, verschwundene Schulaufgaben und auch nicht um die Teststrategie oder das Angebot des Landes zur freiwilligen Schuljahreswiederholung ohne Reue (darüber berichtete hier unsere Schulexpertin Saskia Döhner). Er brauchte einfach nur ein analoges Radiergummi. Computer haben wir genug, ein Radiergummi mussten wir lange suchen. Auch krass.
Worauf ich hinaus will?
Kein Problem, kein individuelles Drama soll kleingeredet werden. Denn das Berliner Beben, ausgelöst von Merkel und, wenn Sie so wollen, Impfversagen, Testversagen, Regierungs- und Verwaltungsversagen, ist real. Aber ebenso ist auch das real: unkatastrophales, lebhaftes Leben, Normalität in und trotz der Pandemie. Klar, es nervt. Aber es gibt immer noch ganz, ganz viele Menschen, die nehmen das halt einfach an. Es ist aushaltbar.
Und ich setz noch einen drauf: Ich kann sogar darüber lachen. Sie auch? Finden Sie es raus und lesen Sie die aktuelle Glosse “Zehn Jahre Lockdown” von unserem Autoren Uwe Janssen. Das ist Humor für Leute mit Humor. Und der ist wichtig. Vielleicht sogar genauso wichtig, wie die anderen wichtigen Nachrichten zum Tag, die wir unten für Sie zusammenfassen - mit einem besonderen Schwerpunkt auf die nun erneut geänderten Regeln für die Ostertage.
Bleiben Sie gesund und geduldig!
Ihr Volker Wiedersheim
Chef vom Dienst im HAZ-Newsroom
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