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HAZ Hannover-Update: Viele Opfer und viele Helfer

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
auch am Freitag kamen immer wieder neue schlechte Nachrichten aus den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf mehr als 100 gestiegen, und weiterhin werden viele Einwohner aus den besonders betroffenen Orten vermisst. “Es ist ein tatsächlich endzeitlicher Anblick – so unerwartet heftig, dass ihn mancher nicht erträgt”, berichtet mein Kollege Thorsten Fuchs von unserem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Blessem, einem Ortsteil der Stadt Erftstadt südwestlich von Köln. Dort stürzten Wohnhäuser ein, es gab gewaltige Erdrutsche.
Während das Ausmaß der Katastrophe noch gar nicht absehbar ist, machen sich immer mehr Helfer in das Krisengebiet auf - Niedersachsen schickt mehr als 1000 Einsatzkräfte, auch aus der Region Hannover. 150 Feuerwehrleute aus Neustadt, Wunstorf und Garbsen wollten in der Nacht zu heute um 3 Uhr mit 35 Fahrzeugen, Wasserpumpen sowie Verpflegungs- und Sanitärausrüstung aufbrechen. Auch die Feuerwehr Hannover beteiligt sich, obwohl sie am Sonntag mit der Bombenräumung in Misburg-Süd einen größeren Einsatz in der Stadt zu bewältigen hat. Weitere Unterstützung kommt von Niedersachsens Polizei, der DLRG-Wasserrettung und der Bundeswehr.
Das Technische Hilfswerk (THW) aus der Region Hannover ist seit Donnerstag vor Ort. Mit dabei ist Henry Unmack, er hilft mit anderen Ehrenamtlichen, die Stromversorgung in Wipperfürth im Oberbergischen Kreis wieder herzustellen. Der Einsatz ist kräftezehrend - aber er berichtet von dankbaren Bewohnern. “,Danke’ ist das Wort, das wir am häufigsten hören.”
Jetzt geht es vor allem um konkrete Hilfe für die Menschen, aber die Zerstörungskraft des Unwetters verleiht auch der Debatte um die Klimapolitik neue Wucht. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warnte bei RTL davor, die aktuellen Überschwemmungen als Einzelfall zu sehen:
„Da soll man sich nichts vormachen, wir sind mitten im Klimawandel.“
Ein Klimawandel ganz anderer Art fegt durch die hannoversche Ratspolitik. Nachdem am Donnerstag die Wahl von Anja Ritschel (Grüne) zur Wirtschafts- und Umweltdezernentin gescheitert war, begann am Freitag im Mehrheitsbündnis von SPD, Grünen und FDP die Suche nach den Schuldigen. Vor allem aber kamen die Sozialdemokraten und die Grünen zu der Erkenntnis: das Ratsbündnis ist am Ende.
Im HAZ-Interview spricht Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) von einem historischen Tiefpunkt. Er zeigt sich erschrocken über die “Kaltschnäuzigkeit und Skrupellosigkeit, mit der einige Ratsmitglieder entgegen der Unterstützungszusagen aus der Ampel gehandelt haben”. Und nun? Der Posten wird voraussichtlich über Monate frei bleiben, kommissarisch übernimmt der Personaldezernent. Welche weitergehenden atmosphärischen und politischen Folgen die verpatzte Wahl hat, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende - vielleicht haben Sie ja Lust, beim Kulturfestival “Hannover hört hin” von HAZ und Sparkasse Hannover im Georgengarten vorbeizuschauen. Noch bis Sonntagabend gibt es hier Musik, Poetry Slam und Lesungen für Kinder und Erwachsene.
Herzliche Grüße, Ihre
Astrid Fabricius
Chefin vom Dienst im HAZ-Newsroom
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