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HAZ Hannover-Update: Vom Vorzeige- zum Auslaufmodell

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Guten Morgen an diesem Sonntag, liebe Leserinnen und Leser,
Hannover verfügt über ein Kraftwerk, das bei seinem Start als bundesweit beispielhaft für seine Umweltstandards galt. Der Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxid und Feinstaub konnte im Vergleich zu den im Gegenzug stillgelegten alten Meilern massiv gesenkt werden, sogar der Bundesumweltminister reiste an und zeigte sich begeistert. Das war im April 1989, und die Rede ist vom Kohlekraftwerk in Stöcken. Genau jene Anlage also, für deren Aus jetzt in Hannover Tausende Unterschriften gesammelt wurden, und die im Jahr 2026 vom Netz gehen soll - aus Umweltgründen.
Zurzeit läuft in dem Kraftwerk gerade eine Revision, damit der Betrieb bis zum Schluss sicher läuft. Mein Kollege Bernd Haase hat sich dort mit dem Leiter Andreas Willrodt umgeschaut, und wenn dieser über “seine” Anlage spricht, schwingt eine Mischung aus Stolz und Wehmut mit. „Wir halten alle Immissionsgrenzwerte immer noch locker ein, obwohl sie mehrfach verschärft worden sind. Wir haben einen hohen Nutzungsgrad. Aber wir setzen eben Kohle ein.“ Den Bericht über das Kraftwerk, dessen Tage gezählt sind, aber auch über die Anstrengungen, die noch nötig sind, um für klimafreundlichen Ersatz zu sorgen, lesen Sie hier.
Der zügige Kohleausstieg ist eines der Kernprojekte der Grünen in Hannover und von Oberbürgermeister Belit Onay. Dessen Ratsbündnis mit SPD und FDP ist bekanntermaßen geplatzt - und sowohl Onay als auch seine Partei erleben gerade den “Spagat zwischen den massiven Forderungen der eigenen Klientel einerseits und den Bedingungen praktischer Politik andererseits”, kommentiert HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt. Dabei kommen die Grünen “seltener rational, aber oft moralisierend daher”, meint Brandt weiter. Und das wiederum erschwere die Überführung der Vorschläge in praktisches Handeln.
Nicht mit politischer, sondern mit unternehmerischer Konkurrenz hat Christoph Elbert zu kämpfen. Mit seiner Frau Verena Schindler hat er sich in der Landeshauptstadt ein kleines Gastro-Imperium aufgebaut, zu dem unter anderem das Restaurant 11 A am Küchengarten in Linden, die Kultkneipe Plümecke und das Feinschmeckerrestaurant Boca gehören. Nach dem langen Lockdown kann er nun einige Lokale gar nicht, andere nur mit eingeschränkten Zeiten öffnen. Der Grund: Ihm fehlt Personal. Viele Mitarbeiter haben sich mittlerweile anders orientiert - und die besten Leute werden abgeworben.
Den Arbeitgeber hat vor Kurzem auch Jan Zimmermann gewechselt. Der Fußballtrainer hat den TSV Havelse in die dritte Liga geführt, jetzt ist er für Hannover 96 in der zweiten Bundesliga am Start. Gestern ging’s los, nach einem guten Spiel war immerhin ein 1:1 gegen Bremen drin. Havelse dagegen hatte mit einem 0:1 gegen Saarbrücken das Nachsehen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag. Herzlich, Ihre
Astrid Fabricius
Chefin vom Dienst im HAZ-Newsroom
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